Bericht

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01.10.2008

Turnen: Alexander startet Regionalligasaison

Wichtige Wochen stehen vor dem HSV Turner Alexander Weigel. Am 04.10.2008 ist seine Premiere in der Regionalliga beim Turnteam Toyota Köln. Ungewöhnlich für einen Breitensportler, denn die meisten Regionalligaturner haben eine erfolgreiche Karriere an der Sportschule hinter sich. Alexander dagegen begann erst mit 13 Jahren das Turnen und verschaffte sich durch Trainingsfleiß und Talent bald erste Erfolge auf Regional- und Landesebene. 2003 wurde der damals 17-Jährige erstmals Landesmeister. Im Jugendalter kamen weitere Podestplatzierungen bei diversen Turnfesten hinzu. 2004 folgte der größte Coup: Völlig unerwartet belegte Alexander in Dillenburg, beim Deutschland-Cup, den dritten Rang und verwies die starke Konkurrenz auf die weiteren Plätze. Danach etablierte er sich weiter in Thüringens Turnszene und ist heutige wichtigster Punktesammler beim HSV in der Landesliga. Auch, weil er alle Turngeräte (Boden, Pauschenpferd, Ringe, Sprung, Barren, und Reck) nahezu gleichwertig beherrscht. Besonders wohl aber fühlt er sich am Pauschenpferd, den Ringen, am Barren und am Reck.

Die Turner des HSV Weimar

Sein Glück, denn ausgerechnet an diesen Geräten sucht das Turnteam Toyota Köln Verstärkung. Schon einmal ging der heute 22 Jahre alte Physikstudent für die Domstädter an die Geräte. Gemeinsam mit dem gebürtigen Weimarer Thomas Linser, der seinen Lebensmittelpunkt nun in Bonn hat und dem Turnen auch im Rheinlad treu bleibt. 2007 turnte Köln die Relegation für die Regionalklasse und scheiterte nur knapp. Damals gelang Alex, wie er genannt wird, am Pferd mit 11,40 Punkten der Höchstwert für das TTT.

Durch das Zurückziehen eines Konkurrenten ist Köln nun aber doch startberechtigt in der Regionalliga Nord und Thomas und Alexander sind dabei. Damit erfüllen sich beide Turner einen großen Traum und belohnen sich gleichzeitig für ihren jahrelangen Trainingsfleiß.

Geturnt wird dort nach dem Score-System. Das bedeutet das Duell Mann gegen Mann am Gerät. Je nach Differenz der beiden Wertungen bekommen die Mannschaften die sogenannten Score-Punkte. Die Mannschaft mit den meisten Score-Punkten erhält den Tagessieg zugesprochen. Alexander, der auch als Kampfrichter und Trainer tätig ist und in der Abteilungsleitung mitarbeitet, darf ausschließlich Elemente zeigen, die in den internationalen Wertungsvorschriften des Code de Pointage verankert sind. In der Landesliga werden die durch die „Nationalen Elemente“ ergänzt.

Die Kölner planen mit Alexander vor allem am Pferd und am Barren. „Eine Wohltat“, findet der Physikstudent, der im Oktober in Jena sein 7. Semester beginnt. „Da kann ich mich auf die Geräte konzentrieren, die mir am meisten liegen und damit auch am meisten Spaß machen“. Durch die neuen Anforderungen musste Alexander auch sein Training umstellen und neue Elemente erlernen. Derzeit trainiert er 2-3 mal in der Woche in Jena, Weimar und Erfurt.

Allerdings musste er durch das Abenteuer Regionalliga auch auf das Landesligafinale verzichten, denn durch das Zweitstartrecht für Köln wurde ihm eine Sperrfrist von drei Monaten auferlegt. Glücklicherweise erreichte der HSV auch ohne seinen wichtigsten Mann den Bronzerang und damit die im Vorfeld ausgegebene Zielstellung. Alexander betreute seine Mannschaft während des Wettkampfes.

Jörg Wolfram