Bericht

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22.03.2017

Turnen: Weimars Turner siegen weiter

Auch den zweiten Wettkampf der Saison konnten die Turner des HSV Weimar für sich entscheiden. In Jena erzielten die Mannen um Kapitän Sebastian Merker mit 234,05 Zählern einen neuen Punkterekord und konnten alle Geräthöchstwertungen mit nach Hause nehmen. Der ärgste Verfolger von der TsG Jena wurde mit 16 Punkten deutlich auf Distanz gehalten. Direkt nach den Turnern vom MTV Erfurt landete Weimars zweite Mannschaft überraschend auf Rang vier, noch vor Waltershausen, Gotha, Jena II und der WG Erfurt-Ilmenau.

Der Titelverteidiger gewann jedes Gerät mit zum Teil großen Vorsprung. Bereits nach Boden lag der HSV mit drei Punkten in Front. Tobias Grünewald begeisterte Zuschauer und Kampfrichter mit seiner mit Schraubensalti gespickten Kür, die absolutes Bundesliganiveau hatte, aber auch Nils Bunge mit der zweithöchsten Wertung des Tages und Alexander Winter und Sebastian Merker überzeugten mit ihren Darbietungen. Sebastian turnte nach seinem vor 9 Monaten zugezogenen Achillessehnenriss wieder eine Wettkampfübung am Boden. Trotz Sturz erhielt Alexander Winter für seine Bundesligaübung am Pferd mit 13,55 Punkten die Tageshöchstwertung und von den guten Jenaer Gastgebern ein Blümchen, eine Wertschätzung, die die Weimarer bereits seit drei Jahren bei ihren Heimwettkämpfen pflegen und die hoffentlich weitere Nachahmer findet. Alex macht sich über die Landesliga wettkampffit für das anstehende Internationale Deutsche Turnfest in Berlin, an dem auch seine Weimarer Turnfreunde teilnehmen werden. An den Ringen war es erneut Tobias, der mit 13,60 Punkten den Höchstwert markierte, aber auch die Zwillinge Tim und Nils Bunge turnten hohe Punktzahlen. Nils wurde schließlich auch der Tagessieg am Sprung zugesprochen (13,00 Punkte). Hier zeigte Sebastian nach seiner Verletzungspause wieder seinen Salto rückwärts gehockt. Mit 13,75 Punkten machte Tobias sein Triple am Barren perfekt und gewann auch dieses Gerät, bevor sich sein Kapitän Sebastian schließlich den Titel am Reck holte (12,70 Punkte). Pikant: obwohl Sebastian mit 74,70 Punkten den besten Sechskampf aller Teilnehmer ablieferte, kam er ob der Stärke seiner Teamkameraden nicht immer in die Wertung. An jedem Gerät hat jede Mannschaft die Möglichkeit, die niedrigste Wertung streichen zu lassen. Das zeigt einmal mehr die Dominanz seiner Mannschaft.

In der inoffiziellen Einzelwertung folgte der Mannschaftsführer vom HSV II, Jörg Wolfram, seinem Kollegen aus der ersten auf Rang zwei. Und obwohl Tobias nur an 5 Geräten eingesetzt wurde, lag er gerademal ein Zehntel hinter Jörg auf Platz drei, der an allen sechs olympischen Turngeräten startete.

Weimar II steigerte ihr Heimwettkampfergebnis um einen Punkt (202,40 Punkte) und steht in der Tabelle nun auf dem vierten Rang. Am Startgerät Pferd gelang Debütant Christian Kotte mit 11,40 Punkten ein beachtlicher Einstand, nur Bernhard Weigel erhielt von den Kampfrichtern noch etwas mehr. An den Ringen turnte die Riege gewohnt ausgeglichen und am Boden taten sich neben Jörg Wolfram auch Bernhard Weigel und Abteilungsleiter Denis Gladziewski hervor. Auch am Barren waren alle Wertungen in einem gehobenen Bereich eng beieinander. Am Königsgerät Reck zeigte sich Christian stark verbessert und war hier deutlich Mannschaftsbester. Das traf am Sprung auf Jörg zu, der seinen Überschlag mit ganzer Längsachsendrehung zeigte. \"Wir haben wieder nach vorne und hinten einen großen Abstand\", wertet Jörg den Vergleich aus, \"wenn wir mit Wolfgang Raddatz wieder komplett sind, greifen wir nochmal an.\" Florian Merker komplettierte das Quintett, er beturnte vier Geräte.

Den nächsten Auftritt haben Weimarers Turner am 2. April in Waltershausen

Saskia Ghandour