Bericht

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09.08.2017

Kraftsport: Europameisterschaften im Kraftdreikampf

Trotz Verletzung gewinnt Gustav Waidmann die Silbermedaille

Weimars zurzeit erfolgreichster Kraftsportler, Gustav Waidmann vom HSV Weimar, startete im Juli bei den Masters-Europameisterschaften im Kraftdreikampf der Senioren. Nach seinem überlegenen Sieg bei den Deutschen Meisterschaften im Februar gehörte er wieder zum Favoritenkreis in seiner Klasse.

Gustav Waidmann schaffte 230 kg bei der Kniebeuge und gewann am Ende Silber

Unglücklicherweise zog er sich im letzten Training eine Zerrung des Beinbeugermuskels zu. Somit stand über einer erfolgreichen Teilnahme ein großes Fragezeichen.

Entsprechend vorsichtig wurden das Aufwärmen und die Einstiegsgewichte für die ersten Versuche gestaltet.

In der ersten Disziplin, der Kniebeuge, normalerweise seiner Stärke, begann er mit sicheren 220 kg. Doch schon der zweite Versuch über 230 kg, welcher wegen mangelnder Tiefe ungültig bewertet wurde, zeigte, dass heute Bestleistungen nicht zu erwarten waren.

Im dritten Versuch gelangen ihm dann die 230 kg. Zum Vergleich, sein Deutscher Rekord liegt bei 248 kg. Doch auch die Konkurrenz schwächelte. Seinem stärksten Gegner, einem Tschechen, gelang kein gültiger Versuch in der Kniebeuge. Somit fiel dieser aussichtslos zurück. Die Nachfolgenden bewältigten 200 kg und weniger. Somit konnte Waidmann schon einmal die Goldmedaille in der Teildisziplin Kniebeuge gewinnen.

Im Bankdrücken lief es dann ähnlich. Über drei gute Versuche standen am Ende 145kg im Protokoll. Auch das reichte überraschend zu Gold, da der Favorit keine gültige Wertung zu Stande brachte.

In der Zwischenwertung sah es doch sehr positiv aus. Mit komfortablen 55 kg Vorsprung vor dem Zweitplatzierten ging es ins abschließende Kreuzheben. Doch ganz beruhigt waren Athlet und Betreuer nicht. Bei dieser Disziplin würde sich die Verletzung am deutlichsten bemerkbar machen. Dazu kam das der Verfolger, der deutsche Vizemeister, ein ausgewiesener Kreuzhebespezialist war.

Somit musste taktiert und gerechnet werden. Mit gültigen 190 und 195 kg aus den ersten Versuchen wurde der Gegner zu hohen Lasten von 225 und 240 kg gezwungen, welche er auch bewältigen konnte.

Der Weimarer musste also im letzten Versuch vorlegen. Es wurden 202,5 Kilo gefordert. Mit aller Kraft zog Waidmann dieses Gewicht nach oben. Jetzt hieß es abwarten.

Die Betreuer des Gegners hatten mitgerechnet und mussten schließlich 257,5 kg auflegen lassen, unglaubliche 14,5 Kilo über dem deutschen Rekord. Voll motiviert und konzentriert konnte er die Hantel Zentimeter für Zentimeter bis zur Körperstreckung ziehen! Da er leichter als Waidmann war, reichte Gleichstand im Dreikampftotal zum Europameistertitel. Da blieb den Weimarern nur die respektvolle Gratulation.

Somit hieß es am Ende Gold und Silber im Dreikampf an Deutschland, Bronze ging an Frankreich.

Gustav Waidmann hat nun nach Gold 2015 und Bronze 2016 nun mit Silber den kompletten Medaillensatz bei Europameisterschaften erkämpft.

Peter Schmidt